Donnerstag, 3. März 2016

Der Overland Track

Hach ja, der Overland Track. Das war bis jetzt eines meiner Lieblingsabenteuer.
Durch die unglaubliche Grosszuegigkeit und Nettigkeit der Menschen in Melbourne ermoeglicht, bin ich Ende Februar losgewandert. Mit ein paar Leuten, die ich am Abend zuvor auf dem Camping Platz kennengelernt hatte, habe ich mich an den ersten und haertesten Tag heran gewagt. Die ersten beiden Tagen waren ziemlich kalt, regnerisch und stuermig. Bei dieser Wetterlage waren die meisten Aussichtspunkte zu vernebelt, um etwas zu sehen, aber die Natur um einen herum war trotzdem von unglaublicher Schoenheit.
Nass, kalt und erschoepft bin ich am ersten Tag in der Huette angekommen. Mit Suppe, Tee, vielen Lagen und Schlafsack habe ich mich langsam aufgewaermt waehrend ich meine Familie fuer die naechsten Tage kennengelernt habe. Das war naemlich einer der Aspekte, der diese Wanderung so toll gemacht hat - das Gefuehl von Gemeinschaft. Man hat alle Wetterlagen, aber steilen Haenge und alle rutschigen Abstiege zusammen durchgestanden. Alle Leute waren offen, gesellig und schlau.
Von Karten spielen zu Wombat Expeditionen und Diskussionen ueber Gott und die Welt, alles moegliche hat man gemacht, um die Zeit in der Huette schoen zu gestalten.
Die Landschaft war unglaublich. Vor allen an den drei letzten Tagen, als die Sonne erste Erscheinungen gemacht hat, war es einfach wunderschoen. Ich habe mich an den meisten Tagen entschlossen alleine zu wandern, weil ich es wunderbar meditativ fand durch diese friedliche, fast unberuehrte Natur zu laufen.
Ein paar Sidetrips waren zum Beispiel zu Fluessen, in den man schwimmen konnte, zu dem hoechsten Berg Tasmaniens ( hoert sich jetzt beeindruckend an, waren aber nur 1600-1700 Meter ;) ), und schoenen Wasserfaellen.
Das Wandern an sich war nicht unglaublich schwer, aber manchmal schon ein bisschen challenging, vor allem am letzten Tag, an dem ich eine Huette uebersprungen habe, um meinen Bus am naechsten Tag zu erwischen.
Was ich auch intensiv empfunden habe, war das Gefuehl von Freiheit, was dadurch kam, weil ich alles, was ich brauche auf meinem Ruecken getragen habe. Eine Woche Wildniss und ich hatte alles auf meinem Ruecken mit mir. Irgendwie befreiend.
Die vielen Tiere auf dem Track waren auch super - die wilden Wombats, die ich gesehen habe waren noch ein Highlight. Auf der anderen Seite ist mir mein Herz fast stehen geblieben, als ich fuer eine Sekunde nicht auf den Weg geachtet habe und direkt an einer riesigen, toedlichen Schlange vorbei gelatscht bin. Die hat sich von dem Toelpel zum Glueck nicht zu bedroht gefuehlt und hat sich nur weg geschlaengelt. Das war 15 Minuten vorm Ende. Das waers gewesen.
So hatte ich aber eine wunderschoene Zeit. Habe meinen Digital Detox genossen und auch die Absenz von Sachen wie Spiegeln, Fernsehern und Menschenmengen.

Der Overland Track hat meine Liebe zum Wandern entfacht und meinen Wunsch bestaerkt mir in Neuseeland einen Naturnahen Job zu suchen,